Friedensforschung mit der Maus

Friedensforschung mit der Maus

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Else Ury: Ein aufrüttelndes und lange unbekanntes Schicksal

                                                                                                                                               

____





 
Britisches Poster aus dem 1 Weltkrieg:
Juden werden aufgefordert, sich als Soldaten
 zu melden. - Mit Symbol des Judensterns.
Auf beiden Seiten der Fronten kämpften Juden
für "ihr" Land. - Bild gefunden auf:
https://www.pinterest.com/pin/137500594842966416/

Else Ury wurde ihr zeittypischer deutscher Patriotismus
 später so übel genommen, dass ihre Ermordung in Auschwitz
kein Thema für alliierte Kommunikationsstrategien
gegenüber der deutschen Bevölkerung war.
Soweit bekannt, thematisierten weder die Flugblatt- und
Radiokampagnen während des Krieges noch die
Maßnahmen der "Umerziehung" nach dem Krieg
(https://de.wikipedia.org/wiki/Reeducation) jemals das
Schicksal einer der bekanntesten deutschsprachigen
Schriftstellerinnen ihrer Zeit. 

48 Kommentare:

  1. Stolpersteine

    Else Ury

    Verlegeort
    Bezirk - Ortsteil
    Verlegedatum

    Solinger Straße 10
    Mitte - Moabit
    September 2003

    Geboren am 01.11.1877 in Berlin
    Deportation am 12.01.1943 nach Auschwitz
    Ermordet am 13.01.1943 in Auschwitz

    ... Bis 1925 war die zehnbändige Geschichte des „Nesthäkchens“ Annemarie Braun fertig geschrieben und wurde eine der bekanntesten Kinderbuchserien des 20. Jahrhunderts. Die Geschichten wurden im Radio gelesen, der Kreis der Leserinnen wuchs ins Millionenfache. ...

    http://www.stolpersteine-berlin.de/de/biografie/703

    AntwortenLöschen
  2. Nesthäkchen and the World War: First English Translation of the German Children's Classic Paperback – May 22, 2006
    by Else Ury (Author),
    Steven Lehrer (Translator, Introduction)

    A recent survey of German women revealed that 55% had read Else Ury's Nesthäkchen books. Even more had heard them read over the radio or had seen the television serialization. ...

    http://www.amazon.com/Nesth%C3%A4kchen-World-War-Translation-Childrens/dp/0595397298

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. About the Author

      Else Ury (1877-1943) was a children's author. Her books are German literary classics.Steven Lehrer is a writer who lives in New York. He is author of Wannsee House and the Holocaust, Hitler Sites, and The Reich Chancellery and Führerbunker Complex.

      Löschen
    2. Steven Lehrer is an associate professor at Mount Sinai School of Medicine. Also the author of The Reich Chancellery and Führerbunker Complex (2005) and Hitler Sites (2002), he lives in New York City.

      http://www.amazon.com/Wannsee-House-Holocaust-Steven-Lehrer/dp/0786440929

      Löschen
  3. Buchhändlerbewertungen
    Sehr interessantes Zeitdokument

    Monika Fuchs aus der Thalia.de-Buchhandlung in Hamburg, am 04.01.2015

    Ich gebe es zu. Ich bin schon seit meiner Kindheit ein großer Fan der Kinderbuchreihe um Nesthäkchen. Und das hat sich auch nicht geändert, nachdem ich schon lange erwachsen geworden bin. Als Kind habe ich die Bücher von meiner Mutter „geerbt“, und sie hatte zum Teil sogar noch Ausgaben in Fraktur von meiner Oma. Leider habe ich sie als junge Erwachsene einfach entsorgt, was ich heute sehr bedauere. Inzwischen habe ich mir einige Bände wieder gebraucht gekauft. Als ich dann die beiden Biografien über Else Ury „Die Welt war so heil“ von Angelika Grunenberg und „Nesthäkchen kam ins KZ“ von Marianne Brentzel entdeckt habe, wurde mein Interesse wieder neu geweckt. So war mir lange nicht bewusst, dass Else Ury Jüdin war und trotz ihrer ihrer patriotischen Einstellung zu Deutschland 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurde. Erst über die beiden Biografien habe ich gemerkt, dass mir ein Band dieser Reihe fehlte, nämlich der Band 4 „Nesthäkchen und der Weltkrieg“. Dieser stand nach dem 2. Weltkrieg auf der Zensurliste der alliierten Kontrollbehörden, weil die Beschreibungen und Geschehnisse zu kriegsverherrlichend und zu wenig distanziert waren. Dazu muss man allerdings wissen, dass das Buch voraussichtlich 1917 zum 1. Mal veröffentlich wurde, d.h. während des 1. Weltkriegs geschrieben wurde. 2014 wurde es jetzt erstmalig wieder auf Deutsch veröffentlicht. Der Geest Verlag hat das Buch in der Originalversion herausgegeben, d.h. es ist eine Ausgabe in Fraktur und mit den Bildern, mit denen es ursprünglich erschienen ist. Dazu ist ein Vorwort der Else-Ury-Biografin Marianne Brentzel gekommen. ...

    http://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/nesthaekchen_und_der_weltkrieg/else_ury/ISBN3-86685-468-4/ID39375188.html?ProvID=11000482

    AntwortenLöschen
  4. Die Schriftstellerin Else Ury und ihre Bücher - https://www.wunstorfer-stadtanzeiger.de/...
    Feb 14, 2008 - Februar um 19 Uhr zu einem interessanten Vortrag zum Gedenken an Else Ury und ihre Bücher ein. Es spricht Annette Hartmann, Verehrerin ...

    www.abendblatt.de › Kultur & Live - Translate this page
    LESUNG Zum Gedenken an Else Ury , die 1943 in Auschwitz ermordete Autorin der "Nesthäkchen"-Bände, liest Doris Gercke am 9.2. (20 Uhr) im Kulturhaus ...

    AntwortenLöschen
  5. Else Ury aus heutiger Sicht: Wiedersehen mit Nesthäkchen -
    Barbara Asper, ‎Hannelore Kempin, ‎Bettina Münchmeyer-Schöneberg - 2007 - ‎Snippet view
    September 1910 46 E. Ury, Nesthäkchenpost, in Meidingers Kinderkalender 1930 ...

    Susm - Zwei - Page 156
    https://books.google.de/books?isbn... - Translate this page
    Heuer Renate, ‎Archiv Bibliographia Judaica E V, ‎Andrea Boelke-Fabian - 2012 - ‎Preview - ‎More editions
    ... „Professors Zwillinge" veröffentlicht; sie beantwortete von 1929 bis 1932 im Kalender von Meidinger die „Nesthäkchenpost" und gab weitere Kinderbücher heraus; ihre Bücher wurden übersetzt in Holland, Finnland, Schweden, Frankreich, ...

    AntwortenLöschen
  6. •Flugblattpropaganda des 1. und 2. Weltkriegs (Sammlung Klaus Kirchner)
    •Flugblattpropaganda Kalter Krieg (Sammlung Klaus Kirchner).

    in der Staatsbibliothek Berlin

    http://staatsbibliothek-berlin.de/sammlungen/galerie/a-z/flugblaetter/

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Psychologische Kriegsführung

      In modernen Kriegen gehören Flugblätter zur Methode der psychologischen Kriegsführung. Die US-amerikanische Regierung hat dies beispielsweise zu Beginn ihres Irak-Feldzuges 2003 eingesetzt. Über 20 Millionen Flugblätter wurden abgeworfen. Hinzu kamen Telefonanrufe, Radiosendungen und Emailkampagnen. Das Ziel war es, die Bürger Iraks moralisch von Saddam Hussein zu entfremden und Offiziere zur Kapitulation zu bewegen.

      http://detektor.fm/politik/das-flugblatt-als-modernes-propagandawerkzeug-syrien

      Löschen
    2. Libyen
      "Flugblätter unterlaufen jegliche Zensur"

      Die Nato wirft über Libyen Flugblätter ab, um das Volk zu erreichen. Warum das seit Jahrhunderten ein wirkungsvolles Mittel ist, erklärt der Historiker D. Bellingradt.

      Von Zacharias Zacharakis
      28. Juli 2011 / Quelle: ZEIT ONLINE /

      "Flugpublizistik hat eine kulturelle Mitsprache etabliert"

      ZEIT ONLINE: Herr Bellingradt, warum setzt die Nato in Libyen mit dem Abwurf von Flugblättern ein im Grunde altmodisches Mittel ein, wo es doch Radio, Fernsehen oder Internet gibt?

      Bellingradt: Flugblätter unterlaufen in der Regel jegliche Zensur. Deshalb sind sie seit dem 16. Jahrhundert gerade in Konfliktsituationen so populär. ...

      ZEIT ONLINE: Welche Botschaften versucht die Nato etwa in Libyen zu vermitteln, und an welche Empfänger richten sie sich?

      Bellingradt: Wenn die Blätter über Tripolis abgeworfen werden, also über der Gegnerschaft, dann versucht die Nato, die interne Revolution zu befördern. Das wäre eine propagandistische, fast schon agitatorische Ausrichtung. Die Leute sollen darüber nachdenken, wie stark die Nato ist. Die Botschaft wirkt instabilisierend.

      ZEIT ONLINE: Wie funktioniert das praktisch?

      Bellingradt: Auf den Flugblättern wird zum Beispiel eine Drohne der Nato abgebildet oder ein Panzer im Fadenkreuz eines Jetpiloten. Das ist für die Leute abstrakt. Diese Bilder sieht man vom Boden aus nicht. Früher im Zweiten Weltkrieg wurden an dieser Stelle irgendwelche Wunderwaffen abgebildet, die größtenteils fiktiv waren. Das hat nur eine propagandistische Funktion, um Überlegenheit zu demonstrieren ...

      ZEIT ONLINE: In welchen weiteren Konflikten aus der jüngeren Vergangenheit wurden Flugblätter mit ähnlichen Zielen eingesetzt?

      Bellingradt: In Afghanistan und in den 1990er Jahren im Jugoslawienkrieg wurden ebenfalls Flugblätter abgeworfen. Regelmäßig geschieht das auch an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea. Aktivisten aus dem Süden lassen bei günstiger Windrichtung große Wetterballons steigen, an denen Kisten voller Flugblätter hängen. Das zieht sich durch alle größeren Konflikte der jüngeren Vergangenheit. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden, so vermutet man, mehrere Milliarden Exemplare gedruckt und verbreitet. ...

      http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-07/libyen-flugblaetter-interview/komplettansicht

      Löschen
  7. DIE WELT 28.12.14
    Entsetzliche Abgründe eines Mädchen-Bestsellers
    von Annette Prosinger

    Else Urys Kinderbuch "Nesthäkchen und der Weltkrieg" wurde in hundert Jahren dreimal von der Zensur verboten. Die Neuauflage erzählt erschreckend viel mehr als eine Kriegsgeschichte.

    ... Die Bücher besaßen so viel Sprengstoff, dass sie in zwei deutschen Diktaturen verboten waren. Bei den Nazis wegen der jüdischen Herkunft der Autorin, der SED war das Milieu zu bourgeois. Und nun, rund 100 Jahre nach seiner Erfindung, sorgt "Nesthäkchen" für eine kleine Sensation. In diesem Jahr ist ein Band neu aufgelegt worden, den selbst glühende "Nesthäkchen"-Fans von einst nicht kennen können.

    Es ist der vierte der zehn Bände umfassenden Geschichte. Er erschien um 1916, sein Titel: "Nesthäkchen und der Weltkrieg". Das Buch, das im Ersten Weltkrieg spielt und Kaiser, Armee und Vaterland hochleben lässt, stand nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Zensurliste der Kontrollbehörde der Alliierten. Anders als die anderen neun Bände wurde es in der Bundesrepublik nicht mehr veröffentlicht. ...

    "Nesthäkchen" spielt in dem wohlsituierten bildungsbürgerlichen Milieu, das Ury so gut kannte, wie sie hat auch Annemarie zwei Brüder, einen klugen und einen frechen. ...

    Stramm patriotisch endet "Nesthäkchen und der Weltkrieg": "Wenn das schwere Ringen zu Ende und ein siegreicher Frieden unserer teuren Heimat beschieden ist, dann erzähle ich Euch, was aus Doktors Nesthäkchen wurde." Dies schrieb Ury vermutlich zu einem Zeitpunkt, da das Massensterben in Verdun längst begonnen hatte.

    Das Unversöhnliche konnte sich Else Ury nicht vorstellen. Oder sie wollte es nicht wahrhaben. Auch nicht, als die Nationalsozialisten kamen. 1933, nach dem Reichstagsbrand, veröffentlichte sie das Buch "Jugend voraus", in dem sie Hitler zum Helden erklärt und hofft, "die aufbauwilligen Deutschen ... schlössen sich unter der Führung des Reichskanzlers Hitler" zusammen. ...

    Für den Kritiker Alfred Kerr, der ins Exil ging, wurde sie so zur Verräterin, wie seine Tochter Judith Kerr dem "Spiegel" erzählte: "Er sagte: Else Ury ist ein Schwein." ...

    All die Zeit, von den Nachkriegsjahren bis in die 1990er, in der "Nesthäkchen" erneut millionenfach verkauft wurde, interessierte sich niemand für die Autorin.

    Else Ury blieb unbekannt. Kein Hinweis auf dem Buchdeckel, keine literarische Würdigung, keine Ideologiekritik, nichts. Es war ja nur ein Mädchenbuch. Die Ausgrenzung, die Else Ury erfuhr, blieb wirksam über ihren Tod hinaus.

    Das änderte sich erst, als Marianne Brentzel 1992 ihre erste Biografie von Else Ury veröffentlichte ("Nesthäkchen kommt ins KZ"). Der Thienemann-Verlag lässt die "Nesthäkchen-Reihe" zwar mittlerweile auslaufen, aber die letzten Ausgaben enthalten endlich einen Vermerk über die Autorin. Heute gibt es in Berlin eine Straße, die Else Urys Namen trägt, am ehemaligen Wohnhaus der Familie in Charlottenburg hängt eine Gedenktafel, am letzten Wohnort in Moabit liegt ein Stolperstein.

    Eine Neuauflage von Brentzels Biografie ist in Vorbereitung, sie wird unter dem Titel "Mir kann doch nichts geschehen" im März bei edition ebersbach erscheinen. Und weil in diesem Gedenkjahr so viel über den Ersten Weltkrieg geschrieben und nachgedacht wurde, fanden Brentzel und der Verleger Bünger, dass nun die Zeit reif sei, ein dreifach verbotenes Buch mit Verstand lesen zu können.

    http://www.welt.de/geschichte/article135701385/Entsetzliche-Abgruende-eines-Maedchen-Bestsellers.html

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der Autor und Kritiker Alfred Kerr emigrierte 1936 nach London, wo er politische Kommentare für die BBC, Aufrufe und Flugblätter schrieb.

      (Siehe z.B. Die Wahrheit ist oft unwahrscheinlich: Thomas Theodor Heines Briefe an Franz Schoenberner aus dem Exil; S. 369; https://books.google.de/books?id=JCW32dB764oC)

      Dass Else Ury politisch naiv war, gehörte wohl zu den Faktoren, die für Kerr und andere Flugblatt-Schreiber und Kommunikationsstrategen auf Seiten der Alliierten den Blick für die Wichtigkeit verstellten, die deutsche Bevölkerung auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen.

      Löschen
    2. "Wunderbar, Flüchtling zu sein" - Alfred Kerr und seine Familie in England

      09 December 2013 Coming to England with Alfred Kerr 2013 has seen many well-deserved tributes on the 90th birthday of the children’s writer and illustrator Judith Kerr. Although I never encountered her wonderful picture books as a small child, when I was about 10 I read her novel When Hitler Stole Pink Rabbit which tells the story of a family exiled from Nazi Germany. I have loved it ever since, and as an adult I still find that it and its two sequels reward re-reading. I knew that the novels were based largely on the author’s own experience and that she, like Anna in the books, was the daughter of a famous writer. As a student reading German I occasionally wondered who this writer was; the name Kerr never appeared on my reading lists or on the shelves of the university library. But I didn’t pursue the question until a couple of years later when, working in what was then the Institute of Germanic Studies Library, I came across a book called Ich kam nach England by one Alfred Kerr. In the opening paragraphs the author describes fleeing Berlin with a high fever and living in Switzerland and Paris before coming to England. A little further on he writes that, if the family had stayed in Berlin “my son would never have won the Prix d’excellence at the Lycée Michelet …[and] my eleven-year old daughter would never have said … ‘Daddy, it’s wonderful to be a refugee.’”

      http://britishlibrary.typepad.co.uk/european/2013/12/coming-to-england-with-alfred-kerr.html

      Löschen
    3. ... Vielleicht brachte diese privilegierte Situation aber auch eine allzu große Beflissenheit mich sich, sich von der Kinderbuch-Autorin Else Ury, die in dem Band "Nesthäkchen im Ersten Weltkrieg" gemäßigt deutsch-patriotische Töne hatte anklingen lassen, zu distanzieren und ihrem Schicksal gegenüber Gleichgültigkeit zu zeigen.

      Als Kommunikationsstratege in britischen Diensten hätte Kerr sicher die Möglichkeit gehabt, vorzuschlagen, dass Flugblätter und Radiosendungen das Schicksal der Else Ury, die nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde, thematisieren. Aber wie solche Vorschläge aufgenommen worden wären und sich ggf. auf seine eigene Beurteilung durch Vorgesetzte ausgewirkt hätten, ist eine andere Frage.

      Löschen
    4. German-speaking Exiles in Great Britain
      https://books.google.com/books?isbn=9042015373
      James M. Ritchie - 2001 - ‎History

      Vansittard published seven of his [Kerr’s] broadcasts made in 1940 in 1941 under the Title Black Record: Germans Past and Present. In these broadcasts he referred to the 'brazen horde' and claimed that 'Germany as a whole has always been hostile and unsuited to democracy'. There was no difference between 'good' and 'bad' Germans. He was subsequently given a peerage when he 'retired' in 1941.

      Löschen
    5. Alfred Kerr, der in der Kommunikationsstrategie gegenüber der deutschen Bevölkerung eher Vergeltungsrhetorik als Augenöffnung unterstützte, wurde in den Adelsstand erhoben. Ebenso Frederick Lindemann, einer der wichtigsten Befürworter des Flächenbombens. https://en.wikipedia.org/wiki/Frederick_Lindemann,_1st_Viscount_Cherwell

      Angesichts der furchtbaren Nazi-Verbrechen und tödlichen Judenhasses selbst bei Kindern, wie er gerade in den Bombennächten zum Ausdruck kam, schreiben auch heute noch Kommentatoren auf Internet-Foren (gelesen z.B. auf ZEIT ONLINE) von "Genugtuung", die sie über Bombentote empfinden würden.

      Vor dem Hintergrund der ungeheuren Nazi-Verbrechen fällt es schwer, die Frage, wie eine Kommunikationsstratie an eine verblendete Bevölkerung zu gestalten ist, auch wie der gleichzeitige Einsatz von Bomben sich darauf auswirken kann, überhaupt zu stellen. Aber es ist denkbar, dass die Praxis von Ehre und Würdigung für die Unterstützung tödlicher Strategien dazu beitragen kann, solche Strategien auch für künftige Vorgehensweisen, z.B. in der Terrorbekämpfung, zu "adeln". Dadurch könnte die Entwicklung von Kommunikationsstrategien, die einen anderen Ansatz verfolgen, in ihrer Bedeutung unterschätzt werden.

      Löschen
  8. Von der Webseite "Berte-Bratt-Forum"

    Erstellt von Michael am Dienstag, Juni 6, 2006 @ 18:31:13:

    Hallo, mein Name ist Michael Ebeling,
    meine Partner und ich hatten die ehrenvolle Aufgabe das Else Ury Ferienhaus
    in Karpacz ab 2003 in das Bewußtsein der Menschen zurückzuholen.
    Die Gedenktafel war 2003 der Anfang. Es war nicht einfach, und wir wollten den
    dort jetzt lebenden Polen das deutsche auch nicht aufdrängen.
    In sehr vorsichtigen Schritten haben wir das versucht, was vielen als unmöglich erschien.
    2004 habe ich den Giebel des Ferienhauses mit dem Schriftzug "Dom Nesthäkchen" versehen.
    2005 durften wir im dortigen Spielzeugmuseum 2 Vitrinen mit Else Ury Büchern und Fotos
    unserer bisherigen Arbeiten gestalten.
    Ab 4.11.2006 ist unsere erste Ausstellungsphase geplant.
    Dann wird uns ein 16 qm. Ausstellungsraum zur Verfügung gestellt.
    Ab 2008, so hoffen wir, könnten wir den alten Bahnhof von Krummhübel (Karpacz),
    als endgültiges Ausstellungsforum nutzen.
    Eine Else Ury Ausstellung für immer.
    Wußtet Ihr:
    Else Ury hat im Alter zwischen 8 oder 9 eine Kinderkur im damaligen
    " Haus Daheim" auf der Insel Amrum/ Wittdün gemacht. Das Ferienhaus
    heißt heute "Haus Eckart" und beherbergt immer noch Touristen.
    Eine Ausstellung in diesem Hause ist geplant und in Vorbereitung.
    So, das war es ersteinmal.
    Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
    Mit freundlichen Grüßen an alle.
    Michael

    http://anniksaxegaard.iphpbb3.com/forum/92932604nx9257/else-ury-f138/nesthaekchen-kommt-ins-kz-t400.html

    AntwortenLöschen
  9. "Konfrontation mit dem Schicksal der Else Ury hätte Teil einer anderen Kommunikations-Strategie gegenüber der hirngewaschenen deutschen Bevölkerung sein können. Ob sie wirksamer gewesen wäre als Bomben und die Propagierung gerechter Rache, das werden wir nie wissen. Ich halte es für möglich."

    S. oben, Ergänzung im Post)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. BloggerMagga
      #13.3 — 28.01.12016

      Dass ein kleines Mädchen ihrer jüdischen früheren Freundin sagt, Juden würden "durch den Schornstein gejagt", ist unvorstellbar schrecklich. Macht es da noch einen Unterschied, ob es "Anfang der 40er Jahre" war (wie Man_Ray es verstanden hat), oder nach dem Beginn der Bombenangriffe und der Instrumentalisierung der Entscheidung von Casablanca ("unconditional surrender" - "bedingungslose Kapitulation") durch Goebbels Greuelpropaganda?

      Im SPIEGEL wurde die Szene im Luftschutzkeller so beschrieben:

      "Es sind die Juden", hören sie sofort von Frau Wiederman. Ihre Tochter Monika wimmert. Die frühere Spielkameradin Mariones hat ihr vor kurzem eröffnet, sie sei ein "schmutziges Stück Vieh". ...
      "Ja, die werden doch sowieso deportiert", erwidert Vater Wiedermann. "Ich habe den Befehl selbst gesehen." ...
      "Die Juden haben uns verkauft. Sie haben den Engländern gesagt, wo sie die Bomben abwerfen sollen", meint der nächste.

      Aus der Perspektive der gerechten Vergeltung wird man den Tod von Eltern und Kindern, die so indoktriniert sind, mit einem "Tja" quittieren (was auf diesem Forum so auch schon zu lesen war). Die Frage, ob Bombenkrieg wirksamer als andere Strategien zu Einsicht der Indoktrinierten und zum Ende des Wahnsinns führt, wird man nicht unbedingt positiv beantworten können.

      Frau Ingram selbst beschreibt, was sie erlebt hat; ohne "Tja". Ihr gebührt großer Dank.

      http://www.zeit.de/hamburg/stadtleben/2016-01/nationalsozialismus-marione-ingram-interview?cid=5977861#cid-5977861

      Löschen
    2. 20.12.1943 - Der evangelische Landesbischof Wurm unterbricht sein gezieltes Schweigen zur Judenvernichtung (siehe 12.12.1938, 12.3.1942 und 16.7.1943) und schreibt nach Vollstreckung des Völkermords an Reichsminister Lammers:
      "... dass wir Christen diese Vernichtungspolitik gegen das Judentum als ein schweres und für das deutsche Volk verhängnisvolles Unrecht empfinden ... Unser Volk empfindet vielfach die Leiden, die es durch die feindlichen Fliegerangriffe ertragen muss, als Vergeltung für das, was den Juden angetan wurde" (zit. nach Klee, Die SA Jesu Christi, a.a.O., S. 154). Die Worte werden von Landesbischof Theophil Wurm in der kommenden Zeit offenbar öffentlich nicht wiederholt. Sie bleiben ein Einzelfall.

      http://www.theologe.de/theologe4.htm

      Löschen
  10. " ... Mailin Pannebäcker, die an der Uni Essen Geschichte und Sozialwissenschaften studiert und im Februar/März im Museum ein freiwilliges Praktikum leistete, stellt einige namhafte Autoren auf Texttafeln vor, deren Bücher im Feuer verbrannten. Darunter so prominente Namen wie Erich Kästner, Thomas Mann oder Else Ury, „in der Weimarer Zeit eine der bekanntesten Kinderbuchautorinnen”. Nicht nur Juden, „sondern generell missliebige Autoren”, so Ridder, wurden damals verfolgt. Und: Ury half ihr Ansehen nicht. Sie starb 1943 im KZ Auschwitz."

    Aus
    „Verbrannte Autoren”
    09.05.2008 |

    http://www.derwesten.de/staedte/dorsten/verbrannte-autoren-id1553396.html

    AntwortenLöschen
  11. IN MEMORIAM
    ELSE URY

    Am 1. November 1957 ware die Jugendschriftstellerin Else Ury 8O Jahre geworden. Klar, lebendig steht ihr Bild vor mir, das gute kluge Gesicht, die Augen, in denen ein Schelm steckte, die so gern zum Lacheln bereit waren. Ein lieber Mensch, unermüdlich zum Geben, zum Helfen bereit war sie. Und im Stillen musste es geschehen, ihre ganze äusserlich kleine Persönlichkeit duldete kein " an die grosse Glocke hangen."
    An diesem bescheidenen Wesen hat auch der enorme schnelle Erfolg ihrer Bucher nichts ändern können.
    Von der untersten Klasse der Berliner Luisenschule an haben wir auf der Schulbank zusammen gesessen, machten wir gemeinschaftlich unsere Kinderstreiche. Bis zu ihrem gewaltsamen Ende — sie wurde im Jahre 1943 deportiert — hielt uns eine innige treue Freundschaft miteinander verbunden.
    So ist es mir ein Herzensbediirsnis, Dir, meine Else, zu Deinem 80, Gebutrstage einige Worte treuen Angedenkens zu widmen.
    Else Ury, allgemein von Kindern nur "Die Ury" genannt, hat in ihren Jugendbüchern " Nesthäkchen", "Professors Zwillinge" und vielen anderen, ganzen Generationen von jungen Lesern alles verkörpert, was ihnen in ihrem Leben von Wert und Bedeutung gewesen ist. Sie war im
    Herzen selbst ein Kind geblieben — ein Sonntagskind — verstand es so gut, dem Alltag Glanzlichte aufzusetzen. Die Kinderwelt, das war ihre Welt.
    Und darum sah sich jedes Madel selbst in ihren Erzählungen, gerade ihren Freundinnen, ihrem Elternhaus. Oft entlockte diese Lektüre ihrer Sprösslinge auch den Müttern, sogar auch Vätern, ein schmunzelndes Behagen. Es war ja Else Ury's eigene Umgebung, die alte jüdische Patrizierfamilie, in der sie aufgewachsen war, der sie ihre
    Vorbilder, grosse und kleine, entnommen hatte.
    Viele ihrer Erzahlungen kamen im Union-Verlag, Stuttgart, heraus, nachdem sie in deren Mädchenzeitschrift "Das Kränzchen" in laufenden Kapitein veröffentlicht worden waren. Sie sind fur die reifere Jugend geschrieben : "Das
    graue Haus", "Wie einst im Mai", "Vierzehn Jahre und sieben Wochen ", und andere, sie alle fanden grossen Beifall. Die Nesthäkchen-Serie blieb jedoch Else Ury's populärstes Werk. Nach jedem Erscheinen eines neuen Bandes liefen dringende Kinderbriefe bei ihr ein und bei der
    Redaktion (damals Globus-Verlag): "Sie müssen uns mehr von 'Nesthakchen' schreiben !"
    In einer veränderten, härteren Welt haben gerade diese Nesthäkchenbücher ihre frühere Anziehungskraft noch nicht verloren. Nach dem 2. Weltkrieg erschienen sie in einer Neuauflage im Hoch-Veilag Dusseldorf mit grossem Erfolg.
    Ja, auch Kinder von heute lieben und verehren Dich noch, meine Else. "Die Ury" bleibt unvergessen.
    MARGARET LEVY.

    http://www.ajr.org.uk/journalpdf/1957_december.pdf

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Schreiberin des Gedenk-Artikels, Margaret Levy, könnte das Vorbild für "Margot" gewesen sein, Nachbarskind und beste Freundin des "Nesthäkchens" Annemarie Braun.

      Löschen
  12. Annemarie's life continues through a timescale that is curiously elastic; in the later books, when Annemarie is already a grandmother, (which by my reckoning) would have been the '60s, the dreadful inflation period is mentioned as in the early lifetime of her granddaughter. The World War (the First) is always just a few years back, and Hitler never comes. They always painted for me a picture of Germany as it might have been if it had not been for the catastrophe of Nazism, a normal country just like any other. No war, no bombing. The author is very German, but not (except in 'Nesthäkchen in the World War') in any way jingoistic, just proud of German culture and civilisation. ...

    Anyway, shortly before she died, my mother told me that she thought Else Ury, the author, was Jewish. 'There was something..' she said and then stopped. And a few years after that, I was in a Berlin bookshop and saw a book that was called: 'Nesthäkchen goes to concentration camp.' ...

    I picked it up and discovered that yes, Else Ury was Jewish, and she was deported and immediately murdered in Auschwitz in January 1943. She was an old lady, and would have been regarded as useless. But I do wonder whether one of the women who forced her to undress and pushed her into the gas chamber had read and adored her books when she was a child. She must have lost her pride in German civilisation a good while before that.

    For she was hugely successful in Germany. Her books sold in the hundreds of thousands; 'Nesthäkchen in the Convalescent Home', which my mother got in 1933, has on the title page '229-233 thousand.'

    In fact, Ury's books (there were several other series as well as one-offs) have sold almost seven million copies over the years. My mother told me that she always got a Nesthäkchen book for Christmas; since she had five, that means that she got one every year at least till 1937, and if you feed in the three missing ones, that would take you up to the first year of the war. ...

    'Wiedersehen mit Nesthäkchen,' (Reunion with Nesthäkchen' was published by the Charlottenburg-Wilmersdorf museum in 2007, to accompany an exhibition. ...

    Nothing can change the bitter tragedy of her death; but future generations, as well as the thousands of German girls who adored her books during her lifetime, continued to love her work. Like so many other of Germany's Jews, she was a vital part of German culture, and not the worst efforts of the Nazis could root that out.

    http://the-history-girls.blogspot.com/2013/01/else-ury-my-mothers-favourite-childrens.html


    AntwortenLöschen
  13. Kathrin Toboll schrieb am 30.10.2002:
    ... Für die Rolle wurde ich mehr durch Zufall gecastet...
    http://www.wunschliste.de/serie/nesthaekchen/forum/32
    Toboll spielte "Nesthäkchen" in der Verfilmung von 1983.

    AntwortenLöschen
  14. Aus
    Kalenderblatt:
    1. November 1877 Else Ury, Nesthäkchen-Autorin, geboren
    Brigitte Kuhn

    Die Schlinge zog sich zu. Else Ury wurde entrechtet und enteignet. Sie bekam [1935] Schreibverbot, und die Nesthäkchen-Bände verschwanden aus den Buchhandlungen. Magda Trott erhielt den Auftrag, eine Ersatzserie zu schreiben, "Försters Pucki". Darin geht es wesentlich zackiger zu - und unterwürfiger. ...[1942] musste Else Ury den Viehwagen nach Auschwitz besteigen.

    https://www.youtube.com/watch?v=CV4Fbm9LSv4

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Korrektur: Ich hatte [1942] ergänzt, weil im Satz zuvor mit Jahreszahl 1940 vom Tod ihrer Mutter (die sie gepflegt hatte) die Rede war, und der folgende Satz mit "zwei Jahre später" begann. Das Jahr der Deportation und Ermordung war 1943 (13. Januar).

      Der Text ist eine Mitschrift aus dem auf Youtube veröffentlichten Radio-Beitrag.

      Löschen
  15. "In the Weimar Republic Else Ury had achieved superstar status.[6] ... Of the 1,000 people on the transport from Berlin, January 13, 1943, 873 people were judged unfit for work, sent straight to the Auschwitz gas chamber and never registered. Hardly anyone knew at the time that the Germans on this day had murdered one of their most famous writers."
    https://en.wikipedia.org/wiki/Else_Ury

    Referenz[6]in dem Wikipedia-Artikel:

    Als Deutsche "Nesthäkchens" Mutter ermordeten
    DIE WELT
    Sarah Brech, 13.01.13
    Sie wurde von Millionen verehrt – doch vor dem Rassenwahn der Nazis bewahrte sie das nicht. Else Ury, die Schöpferin von "Nesthäkchen", war Jüdin. Am 13. Januar 1943 wurde sie in Auschwitz ermordet.
    Mindestens 873 Menschen gingen am 13. Januar 1943 vom Zug aus Berlin direkt in die Gaskammern von Auschwitz. Nicht einmal registriert wurden sie, sondern sofort ermordet. Kaum jemand wusste damals, dass die Deutschen an diesem Tag auch eine ihrer berühmtesten Schriftstellerinnen töteten: Else Ury, die Schöpferin des "Nesthäkchens", starb mit den anderen in der Mordfabrik. Damals war sie 65 Jahre alt, und ihre Bücher hatten bereits Millionenauflagen erreicht. ...
    1935 wurde sie aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen, weil sie keinen "Ariernachweis" erbringen konnte. Wer aber nicht Mitglied der Reichsschrifttumskammer war, der durfte in Deutschland nicht mehr veröffentlichen. Ein Versuch, die Ury-Bücher in Großbritannien herauszubringen, scheiterte. ...
    http://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article112708668/Als-Deutsche-Nesthaekchens-Mutter-ermordeten.html

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Else Ury hat ihre Serie vom kessen, selbstbewussten, liebenswerten Nesthäkchen, von seinen Spielen und Streichen, seinen Schulabenteuern, Weihnachten und Geburtstagsfesten, seinen Puppen und Tanten, von erster Liebe, Hochzeit und Kindstaufe, Kummer, Krankheit und Alter in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts so zu schreiben begonnen, dass sich Tausende Leserinnen damit identifizieren konnten. Glaubten doch dieses Kind Nesthäkchen und seine Familie anfangs unerschütterlich an eine stolze Zukunft der Nation. Sie schrieb auf glühenden Wunsch ihrer Leserinnen von Nesthäkchen als Mutter und Großmutter, als wackere deutsche Frau, und man kann nachlesen, wie Ahnungslosigkeit in Angst überging. Man kann in den letzten Bänden der Serie verfolgen, wie Else Ury in ihren Romanen die Parolen der Nationalsozialisten anfangs übernahm, verlockt von der Begeisterung für eine tüchtige sportliche, starke Jugend, ohne zu merken, dass sich in kürzester Zeit jedes Wort, jeder Satz mit tödlicher Perfidie gegen sie selbst richten wird."

      29. Oktober 2015

      Biografie
      Das Leben der Else Ury

      Löschen
  16. Ein Haushaltsname

    Aus
    aktuell - Informationen aus und über Berlin
    Anne L. Fox
    12/2007

    Else Ury, a Life in Hitler’s Time

    In 1994, Mareike, Anja, Sandra, Kerstin and Bianca, five students from the Schöneberger Robert-Blum-Gymnasium, could not shake the lasting impression that the film “Schindler’s List” had made on them. They decided to travel to Auschwitz and gather their own information about the notorious concentration camp. While there, they obtained a list from the archives of the hundreds of Jews from Berlin who were murdered at the camp. Three closely printed pages gave names, place of origin, birth and death dates. The accompanying teacher noted the name Else Ury on the list and to their surprise, piled behind a display window holding hundreds of pieces of luggage that had belonged to the deportees, they discovered a battered suitcase marked “Else ‘Sara’ Ury” in faded writing.

    Who was Else Ury? The younger generation would hardly know who she was, but to their grandmothers she was a household name. ...

    Sister Käthe’s older daughter Lisbeth and her husband left Germany to live in Holland, while Ilse, the younger one, embraced Zionism and emigrated to Palestine. The youngest of Käthe’s children, Klaus, went to London in 1936 to study architecture. By 1939 Ury’s older brother, Ludwig, forbidden as a Jew to practice law, went to England while Käthe and her husband joined the family in Holland The younger brother, Hans, a prominent physician, took his own life. ... The family members in Holland, Käthe, her husband, Lisbeth, her husband and six-year-old son,were deported in 1943 and perished in concentration camps. ...

    Interest in the author had increasedwith the publication in 1992 of the book “Nesthäkchen kommt ins KZ. Eine Annäherung” by Marianne Brentzel. ...
    Encouraged by the stir caused by the book, the Heimat Museum in Berlin-Charlottenburg mounted an exhibition in 1997 entitled “Wiedersehen mit Nesthäkchen.” In planning the exposition, the organizers ran a short notice in the newspaper asking if anyone had known the authorpersonally. I wrote to them that in 1937 at the age of 11, I was one of the avid readers of Else Ury’s works. My mother decided that I should meet her, as her niece, Lisbeth, was married to my mother’s brother. We lived in Charlottenburg, close to her Kaiserdamm residence, and mother and I planned a visit. I recall being excited to meet the creator of my favorite books. A friendly, petite, gray-haired lady greeted us and thrilled me with a present of an advance copy of one of her “Nesthäkchen” books with many penciled corrections. ...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. The exhibition at the Heimat Museum, scheduled from November 1997 to February 1998, contained placards with commentary, excerpts from books, photographs and documents. The author’s nephew, Klaus (Ernest K. Heyman), living in London, contributed letters, photographs and memorabilia. He and his wife were honored guests at the opening and he spoke about his memories of his beloved aunt. At the same time the Gedenkstätte Haus der Wannsee Konferenz also mounted an exhibition that contained, along with documentation of the National Socialist extermination program, the suitcase that the students discovered at Auschwitz.

      There are other reminders of Else Ury in Berlin. A memorial plaque was affixed to the house on Kantstraße (No. 30) where she had penned the “Nesthäkchen” books. In 1998, a passage underneath the Stadtbahn between Bleibtreustraße and Knesebeckstraße was designated “Else-Ury-Bogen.” Klaus (Heyman) also attended the latter’s dedication.

      Only last year Angelika Grunenberg published “Die Welt war so heil. Die Familie der Else Ury. Chronik eines jüdischen Schicksals.” This book consists mainly of the letters that Käthe and Lisbeth wrote to Klaus while they were living in Amsterdam and trying to adapt to a different way of life and language. It also includes background information on the political situation in Germany and the position of the Jews. Only very few of Else Ury’s letters are reproduced.

      I keep in touch with Klaus (Heyman) and see him whenever I visit England. My parents, too, were victims of the times. My father died in Theresienstadt and my mother, like Else Ury and Klaus’s family, was gassed in Auschwitz. We exchange memories of times gone by and remember the tragic losses of our loved ones in the Holocaust.

      Anne L. Fox

      Löschen
    2. Nachtrag aus dem gleichen Text:

      Her only attempt at a Jewish tale, entitled “Im Trödelkeller” (a cellar of discarded goods), appeared in 1908 as part of a selection of stories sponsored by the B’nai Brith organization. This story showed that Else Ury had acquired a basic knowledge of Jewish customs and traditions from her grandparents, who had been practicing Jews. Her immediate family was assimilated and nationalistic and deeply devoted to German culture. Else’s mother had a vast background in German literature and could quote freely from German authors, while music by German classical composers was greatly valued. Nowhere in her subsequent publications does she refer to her Jewish heritage.

      Löschen
  17. Magda Trott: Das Deutsche Mädel-Buch mit 43 Bildern und 22 Zeichnungen. Herausgegeben von MAGDA TROTT;

    Magda Trott - Hitlerjugend [HJ] - Bund Deutscher Mädchen [BDM] [REICHSJUGENDFÜHRUNG / MÄDEL MÄDELS JUNGMÄDEL MÄDELSCHAFT MÄDELBUCH LOTTA SVÄRD BLUTORDEN BLUTORDENSTRÄGER 9.NOVEMBER 1923]

    Paul Franke Verlag Berlin o.J. [1935] 1.Auflage u.a. aus dem Inhalt: Gisela Franz - Was ich in Finnland bei den 'Lottas' sah / Asta Loni - Bei der Forstgruppe im Arbeitsdienstlager 'Kloster Zinna' / Helmut Penski - 'Schwester Pia' (d.i.Eleonore Baur) Einband

    From: Antiquariat Claus Rietzschel (Tegernsee, Germany)

    gefunden bei Abebooks

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Aus
      Lotta Svärd – The Women who saved Finland
      August 23, 2013 · by richreynolds74

      ... Tensions between Finland and the Soviet Union escalated from 1918 until the invasion of Soviet Russia on the 10th November 1939. ...

      The Lotta Svärd was a volunteer auxiliary Women’s organization. The inspiration for using Lotta Svard name came from patriotic book “Vanrikki Stoolin tarinat” (Stories of 2nd Lieutenant Stool”) by J.L. Runeberg. The book contains mostly fictional poems from the Swedish-Russian war of 1808-1809 giving a heroic picture of Finnish the soldiers in it. One of its poems “Lotta Svärd“ tells the story of a soldier’s wife of that name, who follows her husband to war selling drinks to soldiers and boosting moral. Her husband was sadly killed in the war yet Lotta stayed with the soldiers, tending to their wounds, feeding and caring for them. ...

      On the 23rd January 1919, the first Women’s association called Lotta Svärd was formed, osasto 1. Osasto 1 or ‘Division 1’ was formed in Helsinki by Swedish speaking women.

      The founding of the Helsinki organization gave rise to many locally raised groups and other divisions of the Civil Guards. These organizations were independent groups and on October 29, 1919, Colonel Georg Didrik von Essen, the Commander-in-chief of the Civil Guards, made an appeal to recognise the Lotta Svärd as the definitive organization within the Civil Guards. ...

      The most well-known chairperson of the organization was Ms. Fanni Luukkonen, who held the position for 15 years from 1929 until the organization was abolished in 1944.

      Fanni Luukkonen was born in Oulu on 13th March 1882and died October 27th 1947. She was chosen as the leader of the Lotta Svärd in 1929, under her stewardship, the organization grew to 232,000 members, which made it the largest Women’s organization in Finland and even the world.

      She was awarded the Order of the Cross of Liberty 1st Class with swords, by Marshal Mannerheim in June 1940. She was the first woman to receive this decoration. When the Continuation War ended, the Soviet Union demanded that Lotta Svärd, along with the Suojeluskunta, were to be disbanded. In the Suuret Suomalaiset (Greatest Finns) competition (similar to the 100 Greatest Britons) Fanni Luukkonen was voted for 44th place. ...

      http://20thcenturybattles.com/2013/08/23/lotta-svard-the-women-who-saved-finland/

      Löschen
  18. Das wichtigste Anliegen von Asper, Kempin und Münchmeyer-Schöneberg besteht darin, Ury von dem Vorwurf, eine Anhängerin des Nationalsozialismus gewesen zu sein, zu befreien. Dabei gehen sie vor allem auf Urys letztes Buch Jugend voraus! ein, das "1933 noch erscheinen [konnte], jedoch wurde der zweite Teil wahrscheinlich ohne Urys Einwilligung verändert. Ihr nachweislich heftiger Protest gegen die Illustration mit Hakenkreuz blieb erfolglos." (Asper 1985, S. 4) Darauf weisen die Autorinnen in ihrem Band noch einmal hin, nämlich dass es "überaus fraglich [ist], ob sie den letzten Teil des Buches selbst verfasst hat. Danach hat Else Ury keine Zeile mehr geschrieben, obwohl sie erst am 6. März 1935 aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen wurde und der Meidinger's Jugendschriften Verlag noch bis 1938 publizierte, ehe er arisiert wurde." (Asper, Kempin, Münchmeyer-Schöneberg 2007, S. 135) Einigkeit besteht aber darin, dass Ury oft "ein typisches Kind ihrer Zeit" ist und sich nicht immer von den damals herrschenden Anschauungen zu lösen weiß. (vgl. Asper, Kempin, Müncheyer-Schöneberg 2007, S. 83)

    http://www.kinderundjugendmedien.de/index.php/autoren/847-ury-else

    AntwortenLöschen
  19. Die Reihe Nesthäkchen wurde für Ury und ihren Herausgeber, dem Meidinger Verlag, der finanziell größte Erfolg. 1960 bezeugte der Leiter der Buch-, Musikalien und Kunstabteilung des Warenhauses Wertheim, zu dem auch der frühere Meidinger Jugendschriftenverlag gehörte, vor dem Nachlassverwalter von Else Ury, dass von 1922 bis 1933 die Auflage der Nesthäkchenbücher und die Serie Professors Zwillinge etwa eineinhalb bis eindreiviertel Millionen Exemplare betrug. ...

    Else Ury war in den späten 1920er Jahren eine geachtete Person des öffentlichen Lebens. Im Radio wurden seit 1926 ihre Geschichten vorgelesen. Zu Else Urys 50. Geburtstag am 1. November 1927 richtete ihr der Meidinger Jugendschriftenverlag einen Geburtstagsempfang im Berliner Adlon Hotel aus. Der Meidinger-Verlag richtete von 1929 bis 1932 die sogenannte Nesthäkchenpost ein, eine Kolumne im Meidinger-Kinderkalender, die es Ury ermöglichte, ihre umfangreiche Fanpost zu empfangen und öffentlich beantworten. ...

    http://www.lohnsteuernsparen.de/?s=Geschichte%20der%20Juden%20in%20Norwegen

    AntwortenLöschen
  20. Hans Tobar
    Wie hätten die Kölner reagiert, wenn sie ab 1939 vom Schicksal seiner Familie erfahren hätten?
    Wie hätten die Deutschen reagiert, wenn statt Thomas Mann, der in der BBC die Bombardierung von Lübeck als Vergeltungsmaßnahme aufgrund der Nazi-Verbrechen rechtfertigte, von diesen Verbrechen Betroffene und ihre Angehörigen gesprochen hätten?

    "Von 1919 bis 1933 präsentierte der Confèrencier und Autor Hans Tobar jedes Jahr ein Faschingsspiel, meistens im Kaiserhof Palast. Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Hans Tobar bei der Bewerbung des Puppenspiels "Alle Poppe danze" nicht mehr als Autor genannt. Auch die Kölner Karnevalsgesellschaften mieden ihn und ließen ihn nicht mehr auftreten, ebenso fanden die Sommergastspiele auf Norderney im selben Jahr ein Ende. Nach ständigen Verunglimpfungen gab die Ehefrau ihr Modegeschäft auf.
    Da er als Jude nicht von der Reichskulturkammer aufgenommen wurde, konnte Tobar nur noch bei jüdischen Veranstaltungen auftreten. Er wurde Mitglied im Jüdischen Kulturbund, der arbeitslosen jüdischen Künstlern in begrenztem Umfang Arbeit bot; auch die Kinder traten für den jüdischen Kulturbund auf.
    Die Familie erlebte die "Reichskristallnacht" in ihrer Wohnung in der Ehrenstraße. Die Büroräume des Jüdischen Kulturbundes eine Etage tiefer wurden verwüstet, die Wohnung der Tobars blieb durch das Einwirken der Hauseigentümer verschont.
    Im Dezember 1939 konnte Hans Tobar mit seiner Familie über Rotterdam in die USA emigrieren. Seine Mutter und Brüder blieben in Köln; während seine Brüder den Holocaust überlebten, wurde die Mutter im Ghetto Theresienstadt ermordet."

    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=17191

    AntwortenLöschen
  21. Den Feind demoralisieren:
    OSS und "psychologische Kriegführung"

    Aus Wikipedia:

    Das Office of Strategic Services (OSS; deutsch: Amt für strategische Dienste) war ein Nachrichtendienst des Kriegsministeriums der Vereinigten Staaten von 1942 bis 1945. ...
    Die Aufgabengebiete des OSS umfasste die operative Beschaffung von Informationen, Desinformation, psychologische Kriegführung, Partisanen-Unterstützung, Asymmetrische Kriegführung, Sabotage und Spionageabwehr. ...
    Der Leiter des OSS Major General Donovan war anfangs Mitglied des Room gewesen, einer monatlich konspirativ tagenden Geheimloge führender US-Industrieller, die diskret Wirtschaftsinformationen aus dem Ausland austauschten. ...
    Das Personal des OSS empfand sich als elitär und war mehrheitlich rechtskonservativ eingestellt. ...
    Der Philosoph Herbert Marcuse arbeitete in den 1940er Jahren für das OSS. Andere bekannte Persönlichkeiten waren der marxistische Ökonom Paul Sweezy; der Währungsexperte Charles P. Kindleberger; der Historiker Barrington Moore Jr.; der Spion Fred Mayer, und der Chemiker Hans Wijnberg. ...
    Erster und einziger Leiter des OSS war der reaktivierte Kriegsveteran und Wallstreet-Anwalt „Wild Bill“ Donovan (1883–1959), ein Freund des Präsidenten, der bereits als Colonel den Vorläufer der Behörde geleitet hatte ...
    Die reine Aufklärungsarbeit war weniger erfolgreich, da die Hauptlast der Informationsgewinnung durch die Luftaufklärung der US Army Air Force (durch Luftbildauswertung) getragen wurde. Dagegen erzielte das OSS recht gute Ergebnisse mit der Ausbildung, Ausrüstung und Führung einheimischer Partisanengruppen hinter den feindlichen Linien und führte Operationen in Italien, Griechenland, Jugoslawien, Norwegen und Frankreich durch. ...
    Das OSS war ... auch im südostasiatischen und pazifischen Raum aktiv, in dem es Mao Zedongs Rote Armee im Guerillakampf unterstützte. ...
    Ertragreichster OSS-Agent war Allen Dulles, der im neutralen Bern eine nahezu ungetarnte Anlaufstelle für Überläufer unterhielt, wo u. a. Fritz Kolbe vorstellig wurde und Vermittler von Karl Wolff die Kapitulation der deutschen Streitkräfte in Italien verhandelten. ...
    Erfolgreicher waren Operationen der psychologischen Kriegführung mit Flugblatt- und Radiokampagnen, die den Feind demoralisieren sollten. Bekannteste OSS-Partnerin war Marlene Dietrich, die neben dem Fronttheater für die alliierten Truppen über den Hörfunk die Deutschen zur Kapitulation aufforderte.
    Mitarbeiter des OSS waren u. a. auch der deutsche Philosoph Herbert Marcuse, zeitweilig Chef der Europa-Sektion des Dienstes, sowie der Schriftsteller Klaus Mann. Dieser verfasste einige Monate nach der alliierten Landung auf Sizilien, welche das OSS unter dem Decknamen Operation Husky zusammen mit dem Marinenachrichtendienst (ONI) vorbereitet hatte, für die nach Norden vorrückende 5. US-Armee Flugblätter zum Abwurf hinter den deutschen Linien und Texte für Grabenlautsprecher. ...

    https://de.wikipedia.org/wiki/Office_of_Strategic_Services

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Schwarze" Radiosendungen:
      Teil der Bombenstrategie und Gegenstand des "United States Strategic Bombing Survey"

      MUZAK Project: Music to Make Nazi Propaganda Less Effective

      The OSS’ Morale Operations (MO) Branch began producing “black” radio programs in 1943 that reached listeners all over Europe and the Mediterranean. The broadcasts were meant to create friction between the Italians, Fascists, and Nazis. The stations were jammed by the Axis on several occasions.

      In 1944, “black” radio in northwest Europe had soared to new heights of sophistication. The most popular station was Soldatensender (Soldiers’ Radio). In order to hold the attention of the enemy audience, the MO decided that it needed to expand to produce higher quality programming.

      The MO began to recruit Hollywood writers and talent for the MUZAK project. A special MO music department was established to write “black” lyrics for German and American songs. Famous performers, such as Marlene Dietrich, Bing Crosby and Dinah Shore were asked to record these songs especially for Soldatensender. Dietrich’s “Lili Marlene” was particularly popular.

      Dietrich ... performed 'black' songs.
      The Nazi government issued warnings not to listen to Soldatensender and banned the broadcast of “Lili Marlene.” After receiving many letters from Axis soldiers to put the song back on the air, the government reluctantly gave in. “Lili Marlene” soon became the song played at the end of every broadcast.

      The MO found that the “black” radio programs were particularly effective with the enemy civilian and military populations. The United States Strategic Bombing Survey discovered that the programs were just as devastating to German morale as an air raid. The “black” programs succeeded in raising the level of skepticism so high, that many people no longer believed Nazi propaganda.

      https://www.cia.gov/news-information/featured-story-archive/2008-featured-story-archive/marlene-dietrich.html

      Löschen
    2. OSS Morale Operations (MO)

      This book was published first in 1947 with the title, Undercover Girl (New York: Macmillan. [LCCN: 47011341]) and the author’s name Elizabeth P. MacDonald. It was published again in 1993 with the same title and author’s name ...
      It has since been republished in 2013, with essentially the same content as in 1993, this time edited by Kent Davis, with its new title and the author’s name Elizabeth Peet McIntosh. ...

      Fluent in Japanese, McIntosh was recruited in January 1943 to join the Office of Strategic Services, the country’s wartime intelligence agency whose ranks included actress Marlene Dietrich and chef Julia Child. Operating in Burma, China, and India, McIntosh was one of the few women assigned to Morale Operations, where she helped produce false news reports, postcards, documents, and radio messages designed to spread disinformation that would undermine Japanese morale. ...
      To begin with, she was probably the first female operative with OSS to have written of her experiences with the organization. Second, she revealed the work of black radios during the war, the existence of a British effort with which OSS cooperated, and the identity of the British chief of black radios. This was done years before the latter broke silence himself. Third, Undercover Girl was one of the earliest works on OSS Morale Operations (MO) and MO work in China and from India. Fourth, it was published at a time of transition in security procedures concerning publication of wartime experiences by OSS personnel. Fifth, it first made public the names of a number of OSS personnel.
      The book did give an idea of MO, but that was secondary to what she revealed of the organization and personalities of OSS in Washington, China, and Southeast Asia (General Donovan’s comments in the preface on the value of what she wrote of psychological warfare notwithstanding). Her trained journalist’s eye caught a number of humorous incidents and the subtleties of OSS personalities. There were passages on Jane Foster who was with her for a time and later attained notoriety (see Foster’s An Unamerican Lady[2]). Note some early reactions to male attitudes toward women in substantive war duties that adumbrated later feminist positions. For one prevalent view in OSS that MO was one of General Donovan’s wildest follies, see Cline’s Secrets, Spies and Scholars.

      http://spyinggame.me/2015/01/20/undercover-girl-oss/

      Löschen
    3. ... In 1944, the Morale Operations Branch of the Office of Strategic Services (OSS) initiated the Musac project, musical propaganda broadcasts designed to demoralize enemy soldiers. Dietrich, the only performer who was made aware that her recordings would be for OSS use, recorded a number of songs in German for the project, including Lili Marleen, a favourite of soldiers on both sides of the conflict. William Joseph Donovan, head of the OSS, wrote to Dietrich, "I am personally deeply grateful for your generosity in making these recordings for us. Dietrich was awarded the Presidential Medal of Freedom by the US in 1945. She said that this was her proudest accomplishment. She was also awarded the Légion d'honneur by the French government as recognition for her wartime work. Kenneth Tynan called her voice her "third dimension". Ernest Hemingway thought that "if she had nothing more than her voice, she could break your heart with it."

      http://www.ebay.com/itm/MARLENE-DIETRICH-amp-ANN-SHERIDAN-NM-LP-Vintage-Radio-/351239835788

      Löschen
    4. The OSS (the CIA of the time) had a Morale Operations (MO) branch that began producing 'black' (propaganda aimed at psychological warfare) radio programs in 1943. These programs reached listeners throughout Europe and the Mediterranean and were intended to create discord in the Axis countries. In 1944, the MO began to recruit Hollywood talent to boost the quality of programming on its stations. The most popular station was Soldatensender (Soldiers' Radio), and one of the most popular songs it played was Dietrich's "Lili Marlene," with 'black' lyrics created especially for the German version. The Nazi government banned the broadcast of "Lili Marlene, " but the ban was lifted in the face of a backlash among Axis soldiers. "Lili Marlene" soon became the song played at the end of every Soldantensender broadcast.

      http://www.classicfilmtvcafe.com/2010_02_01_archive.html

      Löschen
  22. The Morale Operations Branch

    As tensions rose in Europe during the early 1940s, President Roosevelt sent William J. Donovan to England to meet with British officials and learn about their intelligence organizations. Upon seeing the success of the first fact-finding mission, President Roosevelt sent Donovan to the Mediterranean and Middle East.
    When Donovan returned, he was convinced that the Nazis were more advanced than the Allies in their ability to wage psychological warfare. He even wrote a publication arguing that the United States needed an organization to identify and counter Axis propaganda. Donovan implored President Roosevelt to establish an American organization similar to the British intelligence agencies.
    At Donovan’s urging, in 1941 President Roosevelt established the Coordinator of Information, which included a propaganda organization — the Foreign Information Service (FIS). However, Donovan and FIS Director Robert Sherwood disagreed over propaganda messages and little was accomplished. When the OSS was created in 1942, FIS separated and became the Office of War Information.
    Free from arguments over propaganda content, Donovan formed the Morale Operations (MO) Branch on March 3, 1943.
    Psychological warfare involves the use of different kinds of propaganda: white, black, and sometimes, grey. White propaganda openly identifies the source and uses gentle persuasion and public relation techniques. Black propaganda is misinformation that identifies itself with one side of a conflict, but is truly produced by another opposing side. Grey propaganda is the most mysterious of all because the source of the propaganda is never identified.
    The purpose of the MO Branch was to produce and distribute “black” or undercover propaganda campaigns against the Axis Powers.
    The Morale Operations Branch was divided into five sections, including:
    •Special Communications Detachments
    •Radio Division
    •Special Contacts
    •Publications and Campaigns Division
    •Foreign Division

    When the OSS was established in 1942, people from all experiences and backgrounds were recruited from military personnel to civilians. By 1944, the MO employed about 400 people around the world.

    Morale Operations officers were trained in propaganda basics, including:
    •Leaflet writing
    •Radio propaganda
    •Rumor creating
    •Poison-pen letters

    https://www.cia.gov/news-information/featured-story-archive/2010-featured-story-archive/oss-morale-operations.html

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Rumor Campaigns
      One of the MO Branch’s first significant efforts consisted of rumor campaigns. Rumors were often short, memorable stories concerning famous people and events that would appeal to the emotions. They were meant to cause fear, confusion, and distrust. For example, some of the rumors stated that high-level Nazi leaders had been captured or had surrendered to the Allies.

      OSS and the Political Warfare Executive — the British MO equivalent — created and approved about 20 rumors per week; these rumors were then distributed by word of mouth, radio, or leaflet. The MO measured their success by keeping track of “comebacks,” or mentions of these rumors in foreign, neutral, or Allied press. According to OSS tallies of “comebacks,” rumors were especially effective.

      Poison-Pen Letters
      Operation HEMLOCK was one the most successful and interesting OSS poison-pen letter campaigns. Anonymous letters were sent to the Gestapo implicating alleged Allied sympathizers or threatening to assassinate traitors. Additional letters were sent to the families of German servicemen in the form of death notices. These letters implied that their deceased family member had been killed by a lack of medical treatment or malpractice. The purpose of these letters was to intimidate collaborators, terrorize civilians, and harass the Gestapo.

      Löschen
    2. How Much Longer?
      MO agents in Italy developed a campaign called Wie Lange Noch? (How much longer?). The propaganda — identifiable by a red circle and three fingers forming a “W” — was distributed throughout Italy, southern France, and the Balkans.
      The leaflets contained anti-German propaganda meant to make Europeans in Axis-controlled territory resentful of the Nazis.
      This was one of the larger operations, with more than 130,000 leaflets printed and dispersed in June 1944 alone.

      SKORPION WEST
      Another example of a successful MO project was SKORPION WEST — named after the German propaganda team in France.
      After the defeats in Normandy, German morale took a dive. In order to raise spirits, the German propaganda team began writing optimistic leaflets, which were airdropped over their own lines.
      The MO Branch produced “black” versions of these leaflets, which were such good forgeries that SKORPION WEST gave up and denounced all their previous publications as fakes.

      Soldatensender
      The MO Branch found that the radio was another successful way to distribute their propaganda and reach a large audience. In June 1943, the first MO program was broadcast to Italy from Tunisia.
      After this initial success, more and more “black” radio stations began popping up. In 1944, Soldatensender was created as a “grey” propaganda station, meaning its source was never identified. The program was transmitted from England and delivered news, music and entertainment to civilians. Mixed in with the entertainment were propaganda messages denouncing the Nazis. It quickly became the most popular MO station of WWII.
      Several celebrities volunteered to participate in these “black” radio programs. In particular, Bing Crosby and Marlene Dietrich performed “black” lyrics written for German and American songs.
      In addition to providing great entertainment, Soldatensender broadcast the names of Germans involved with the July 20, 1944, coup attempt against Hitler. The MO Branch’s intentions were to cast suspicion on as many people as possible and in the process, eliminate capable high-ranking Germans. The Gestapo took these accusations very seriously and arrested and eventually executed some 2,500 Germans.
      While the operations the MO Branch had to remain secret and in the shadows, they made an impact on the war and succeeded in demoralizing Germany and its allies.

      https://www.cia.gov/news-information/featured-story-archive/2010-featured-story-archive/oss-morale-operations.html

      Löschen
  23. Thomas Mann, "deutscher Sonderweg" und "Historikerstreit"

    Aus

    Canadian Review of Comparative Literature/Revue Canadienne de Littérature Comparée
    CRCL/RCLC December / decembre 2001
    ©Canadian Comparative Literature Association
    EVELYN COBLEY
    The Paradox of Unintended Consequences: Echoes of Max Weber in Thomas Mann’s Doctor Faustus

    ... While Doctor Faustus suggests that Mann subscribes to the so-called Sonderweg thesis that holds that National Socialism was a specifically German phenomenon, it simultaneously implies that the Holocaust was for him the most radical expression of a much broader crisis of modernity.
    Doctor Faustus thus raises the conflicted issue of German guilt which in the 1980s has resurfaced in the famous Historikerstreit, a debate focusing on the controversial figure of Ernst Nolte, a well-respected scholar of totalitarianism who, in 1986, published a newspaper article in which he advanced the thesis that the long preoccupation with German ‚guilt‛ ought to be replaced by a more objective assessment of the Nazi period (see Nolte). Resisting the Sonderweg thesis that reductively demonized Germany, he called for a reintegration of the Nazi period into larger cultural and historical tendencies. According to Nolte, it was time for the black-and-white picture painted by earlier commentators to be replaced by a more complex representation of the multiple connections characteristic of all past events. While this emphasis on complexity seems unobjectionable enough, Nolte’s revisionism was almost immediately interpreted as an apology for the Holocaust. No less a figure than Jürgen Habermas saw such revisionism as a reactionary attempt to exonerate Germany from guilt (see Habermas). Suspicions about Nolte’s claim to objectivity were fuelled by his failure to distance himself from Holocaust deniers and by indications that he was sympathetic to the radical right (Rechtsradikalismus). As the Historikerstreit broadened, Daniel Jonah Goldhagen added fuel to the already heated debate by publishing Hitler’s Willing Executioners: Ordinary Germans and the Holocaust (1996), another highly controversial revisionist history which, however, reinforces the Sonderweg thesis by insisting that the Holocaust was the outcome of a specifically German form of anti-Semitism, burdening all Germans with collective guilt (Kollektivschuld). Although Mann published Doctor Faustus in 1947, the question of Leverkühn’s guilt remains pertinent to both the original Historikerstreit in the 1980s and the subsequent Goldhagen-Debatte in the 1990s. ...

    https://ejournals.library.ualberta.ca/index.php/crcl/article/view/10637

    AntwortenLöschen
  24. Amtisemitismus bei Thomas Mann

    Thomas Mann, for instance, as early as November 8, 1918, came to the conclusion that Munich — and Bavaria as a whole — was now "governed by Jewish scribblers," "racketeer[s]," "profiteer[s]" and "Jew-boy [s]." He wondered, "how long will the city put up with that?"

    https://archive.org/stream/AdolfHitlerEvaBraunHitlerEtc/EvaBraun-LifeWithHitler_djvu.txt

    AntwortenLöschen
  25. Ein Wissenschaftsverlag im Nationalsozialismus: Juden entlassen, vom Krieg profitiert
    Angepasste Kriegsgewinnler: Wie sich der Berliner Wissenschaftsverlag Walter de Gruyter mit dem Nationalsozialismus arrangierte.
    Tagesspiegel 08.06.2016
    Angelika Königseder

    ... Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 hatte Verlagschef Herbert Cram nicht begrüßt. Er leitete das Unternehmen seit dem Tod seines Schwiegervaters, des Verlagsgründers Walter de Gruyter, im Jahr 1923. Cram teilte als national-patriotisch gesinnter Konservativer zwar einige außenpolitische Zielsetzungen der NSDAP. Aber die einfältigen Parolen der Partei, ihre feindliche Haltung gegenüber den Kirchen sowie ihr Antisemitismus waren ihm zuwider; das ist in Briefen und Zeitzeugenaussagen belegt. Ideologische Motive waren für den Anpassungskurs, den der Verlag unter Crams Regie ab 1933 einschlug, also offenbar weniger entscheidend. Opportunistisch bemühte er sich aber, die Existenz des Familienunternehmens zu sichern und größtmögliche Gewinne zu erzielen. ...

    Schon am 9. Mai 1933 entließ die Verlagskonferenz – das wichtigste Entscheidungsgremium im Hause – den jüdischen Senatspräsidenten am Oberlandesgericht Köln, Alfred Ludwig Wieruszowski, aus seinem Vertrag über das „Lehrbuch für Rechtspfleger“. Auch von ihm lag ein entsprechendes „Angebot“ vor. Der alte Herr, Jahrgang 1857, erlitt in den darauffolgenden Jahren alle Demütigungen, denen die Nationalsozialisten die jüdischen Deutschen aussetzten. ...

    Zu Beginn war in den Protokollen der Verlagskonferenz sowie in der Korrespondenz der Geschäftsführung noch eine gewisse Unsicherheit im Umgang mit jüdischen Autoren zu spüren. Die Diktion änderte sich mit den Jahren merklich. Am 31. Januar 1939 hielt das Protokoll der Verlagskonferenz kurz und knapp fest: „1.) Bei Neuauflagen Arierschaft feststellen (nach Nürnberger Gesetzen). 2.) Bei nichtarischen Büchern prüfen, wie weit Neuauflage von Ariern herausgebracht werden kann. 3.) Werbung für Bücher inländischer Juden in Prospekten usw. unterlassen. So beschlossen.“ ...

    Die Regelungen waren für die Wissenschaftsverlage indes keineswegs so eindeutig, dass für De Gruyter keine Handlungsoptionen bestanden hätten. Dies wird an „Kürschners Literatur-Kalender“ deutlich, der bis heute in dem Verlag erscheint. In ihm werden alle lebenden Autoren und Autorinnen der deutschsprachigen belletristischen Literatur – unabhängig von ihrem Schaffens- und Lebensort – aufgeführt.

    Als Anfang 1936 turnusgemäß ein neuer „Kürschner“ anstand, war klar, dass eine schlichte Aktualisierung ohne Berücksichtigung der rassenpolitischen Vorgaben des Regimes nicht genehmigt werden würde. Nach den Vorstellungen des Verlages sollten Schriftsteller entfernt werden, die nicht Mitglied der Reichsschrifttumskammer waren, Voraussetzung dafür war die „arische“ Abstammung. Auch Autoren und Autorinnen, denen die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt worden war sowie in Deutschland geborene und wohnhafte „nichtarische“ Schriftsteller sollten gestrichen werden. Jüdische Schriftsteller hingegen, die im Ausland geboren worden waren oder lebten, sollten genannt werden. ...

    Die Zensurinstanzen ließen sich mit der Durchsicht Zeit. Das setzte den Verlag unter Druck, weil der Literatur-Kalender seit 1879 pünktlich im Zwei-Jahres-Rhythmus erschien. Der Herausgeber und Verlagslektor Gerhard Lüdtke entschloss sich daraufhin, selbst alle Streichungen vorzunehmen und dabei „viel schärfere Maßstäbe anzulegen“ als mit dem Propagandaministerium vereinbart. ...

    Schriftsteller wie Lion Feuchtwanger, Erich Kästner, Thomas Mann oder Else Ury fehlten nun im Unterschied zur 47. Ausgabe aus dem Jahr 1934. ...

    http://www.tagesspiegel.de/wissen/ein-wissenschaftsverlag-im-nationalsozialismus-juden-entlassen-vom-krieg-profitiert/13706798.html

    AntwortenLöschen